Die Geschichte von Recipharm

Die Erfolgsgeschichte von Recipharm begann 1995. Eine der Tablettenfabriken von Pharmacia im südlich von Stockholm gelegenen Årsta sollte geschlossen werden, weil die Auslagerung der Tablettenproduktion nach Italien beschlossene Sache war. Thomas Eldered, zum damaligen Zeitpunkt Leiter des Werks, und Lars Backsell, der damalige Leiter der Eigenpflegeabteilung von Pharmacia, sahen das Potenzial des Werks und führten ein sog. Management Buy Out durch. Als Recip (so wurde das Werk damals genannt) gegründet wurde, hatte das Unternehmen 140 Mitarbeiter, einen Umsatz in Höhe von 220 Mio. SEK und eigene Produkte, wobei die staatliche Apothekenkette Apoteket der Hauptkunde war.

Der aufgeschlossene Lars Backsell mit seinem ausgeprägten Sinn für Marketing und der analytische und etwas zurückhaltendere Thomas Eldered bildeten ein etwas ungleiches und dennoch erfolgreiches Teilhaberpaar. Sie ergänzten einander sowohl in Bezug auf ihre Persönlichkeit als auch auf ihre Kenntnisse und Erfahrungen. Die beiden konnten auch die Mitarbeiter überzeugen und schufen in kurzer Zeit eine starke Unternehmenskultur. Sowohl die Unternehmensleitung als auch die Mitarbeiter leisteten vollen Einsatz und waren fest entschlossen, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, wodurch sich ein starker Unternehmergeist entwickelte. Dank der Umsetzung weit reichender Umweltmaßnahmen erhielt das Unternehmen einen großen Wettbewerbsvorteil. Das Umweltprofil ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil von Recipharm.

Zwischen 1998 und 2004 wurden drei weitere Werke in Schweden übernommen, die verschiedene Darreichungsformen fertigten, und 2001 wurde das Warenzeichen Recipharm für die Vertragsproduktion eingeführt. Ein Jahr später wurden die Werke in separate Tochterunternehmen umstrukturiert. 2007 kam es zu dem Beschluss, sich ausschließlich auf Vertragsproduktion zu konzentrieren und die eigenen Produkte zu veräußern; der Konzern nahm den Namen Recipharm an. Als Vertragshersteller sind Recipharms Kunden Pharmaunternehmen, die die Fertigung ihrer Produkte aus ihren internen Tätigkeiten auslagern. 

2007 wurde auch das erste Werk außerhalb Schwedens in Monts, Frankreich, übernommen. Zwischen 2007 und 2010 folgten Übernahmen in England, Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Schweden. Mehrere Übernahmen galten Werken, die geschlossen werden sollten, wodurch deren Mitarbeiter von Anfang an dem neuen Unternehmen positiv gegenüber eingestellt waren. In mehreren Fällen wurden auch erhebliche Mittel in die neuen Werke investiert, um die Zertifizierung von Qualität, Umwelt und Arbeitsschutz zu ermöglichen. Die Strategie besteht in selbständigen Tochterunternehmen, und Recipharm bemüht sich ganz bewusst darum, deren lokale Prägung zu bewahren.

Recipharm ist seit April 2014 an der Stockholmer Börse notiert und hat in den Jahren 2014 und 2015 weitere Standorte akquiriert. Die Konzernstrategie sieht autonome Tochtergesellschaften vor, die bewusst anstreben, ihren lokalen Charakter beizubehalten.